Das Setting Stadtteil ist ein soziales System, bestehend aus formalen und informellen Kontakten von Einrichtungen und Einzelpersonen, das stark durch den physisch erfahrbaren Raum geprägt ist. Infrastrukturelle und räumliche Merkmale bilden die Grenzen des Settings und werden meistens durch die Bewohnerinnen und Bewohnern einer Stadt selbst festgelegt. Die Einwohnerschaft in Stadtteilen ist sehr heterogen in Bezug auf Alter, Herkunft und sozialer Lage obwohl sozialräumliche Segregationsprozesse zu einer Anhäufung sozialer und gesundheitlicher Probleme in machen Wohngegenden führen können.
Einfluss des Stadtteils auf die Gesundheit
Der Stadtteil als Lebensort kann viele materielle, soziale und kulturelle Ressourcen für seine Bewohnerinnen und Bewohner bereithalten. Die Qualität und Anzahl dieser Ressourcen beeinflusst das Wohlbefinden und damit auch die Gesundheit der darin lebenden Bevölkerung. Mehr …
Gesundheitsförderung im Setting Stadtteil
Allgemein gesprochen kombiniert der Setting-Ansatz Verhaltens- und Verhältnisorientierte Ansätze auf den Ebenen: Individuum, Setting und Bevölkerung. Des weiteren sollen alle Akteure eines Settings als Zielgruppe der Maßnahmen definiert werden. Bezogen auf das Setting Stadtteil bedeutet dies …
Vorhandene Strukturen nutzen
Gesundheitsförderung nach dem Setting-Ansatz stellt sich im Stadtteil besonders komplex dar. Im Vergleich zu Schulen und Kindergärten ist das Quartier ein wenig strukturierter Raum mit einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure und Interessen. Dadurch gestaltet sich der Zugang zur Zielgruppe zunächst äußerst unverbindlich und auch die Veränderung von Strukturen (Baumaßnahmen, Nachbarschaftsnetzwerk, …) im Stadtteil ist ein langwieriger Prozess. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass gesundheitsfördernde Projekte im Stadtteil langfristig angelegt sein und bereits etablierte Strukturen nutzen müssen. Welche das sind ist abhängig vom Gebietstyp des Stadtteils. Mehr …
Projekte
Projekte zur Gesundheitsförderung in Stadtteilen werden durch viele verschiedene Einrichtungen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich durchgeführt. Die gesundheitsbezogenen Ziele stehen aber nicht immer im Vordergrund oder sind nur implizit vorhanden. Aus diesen Gründen erscheint das Handlungsfeld wenig transparent. Folgende Datenbanken und Broschüren enthalten Beispiele aus dem Saarland und dem restlichen Bundesgebiet:
Einzelprojekte im Saarland:
Saarbrücken: Es bewegt sich was in Malstatt
Saarbrücken: Kinderhaus Malstatt
Saarlouis: Präventionsmodell der Stadt Saarlouis
Völklingen: Völklingen lebt gesund
Merzig: Merzig speckt ab
Einzelprojekte im Bundesgebiet:
Bremen: Frauengesundheitsstreff Tenever
Detmold: Gesunde Stadt Detmold
Hamburg: Präventionsprogramm Lenzgesund
Hamburg: Adebar
Hamburg: Luruper Frauenoasse
Hannover: Gesundheitsladen Nordstadt
Flensburg: Schutzengel
Jena: Sozialraumorientierte Gesundheitsförderung in Jena-Winzerla
Mainz: Gesundheit jetzt – in sozialen Brennpunkten
Marburg: Marburger Gesundheitsnetzwerk „Mittendrin“
Monheim am Rhein: Monheim für Kinder (Moki)
Worms: SIGNAL – Stadtteilinitiative Gesundheit
Datenbanken:
Praxisdatenbank „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“
Praxisdatenbank des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“
Praxisdatenbank der Kampagne Kinderleicht Regionen
Praxisdatenbank des Aktionsprogramms Merhgenerationenhäuser
Praxisdatenbank des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung