Feldmannstraße 110
66119 Saarbrücken
Fon: (0681) 97 61 97-0
Fax: (0681) 97 61 97-99
E-mail: mail@lags.de
 

Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung entwickelt und Anfang 2008 veröffentlicht. Die von beiden Institutionen im Mai 2007 gestartete Initiative »JOB&FIT – Mit Genuss zum Erfolg!« ist inzwischen Teil des nationalen Aktionsplans »IN FORM« (siehe unten) und Plattform für die Kommunikation der Qualitätsstandards. Mit den Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung ist die Grundlage für eine Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung geschaffen. Im Rahmen der Aktion »Saarland aktiv und gesund« des saarländischen Ministeriums für Justiz, Gesundheit und Soziales (MiJAGS) setzt die LAGS den nationalen Aktionsplan auf der regionalen Ebene praktisch um. Leiter des von Oktober 2008 bis März 2009 laufenden Projekts ist Christoph Bier, Diplom-Oecotrophologe.

Hintergrund

Im Jahr 2007 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) zahlen zu Übergewicht und Adipositas für alle Altersstufen. Demnach sind in Deutschland 67% der Männer und 54% der Frauen übergewichtig oder fettleibig und bereits 15,1% der Jungen von 3–17 Jahren und 14,9% der Mädchen von 3–17 Jahren sind übergewichtig oder fettleibig (KiGGS, Kinder- und Jugendgesundheitssurvey). Die im Jahr 2008 vom Max-Rubner-Institut (MRI) veröffentlichten Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) bestätigen diese Zahlen. Im Saarland sind 61,7% der Männer und 60,1% der Frauen übergewichtig oder adipös. Damit leben im Saarland prozentual gesehen die meisten übergewichtigen oder adipösen Frauen. Auch bei der isolierten Betrachtung der Adipositas sind die saarländischen Frauen mit einem Anteil von 33,7% bedenklicher Spitzenreiter.

Bundesgesundheitsministerin Schmidt und der ehemalige Bundesernährungsminister Seehofer, der die jährlichen Ausgaben für ernährungsmitbedingte Krankheiten im Gesundheitswesen auf 70 Milliarden Euro im Jahr schätzt, reagierten und riefen den nationalen Aktionsplan »IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung« zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten ins Leben. Darin heißt es unter anderem: »[Es] muss daher gelingen, die Voraussetzungen zu verbessern, sich gesünder ernähren […] zu können.« Ein Ansatzpunkt dafür ist die Gemeinschaftsverpflegung. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil derer, die mindestens einmal täglich außer Haus essen, von 18% auf 26% der Bevölkerung gestiegen. 14,5 Millionen Arbeitnehmer und Auszubildende nutzen Angebote der Gemeinschaftsverpflegung, wobei das Mittagessen im Mittelpunkt steht (80% der Ausgaben). Handlungsfeld 4 des nationalen Aktionsplans hat sich deshalb die Verbesserung der Verpflegung außer Haus zum Ziel gesetzt. Bereits Ende Februar 2007 haben 250 Teilnehmer aus 30 Staaten auf der Konferenz »Gesundheitliche Prävention. Ernährung und Bewegung – Schlüssel für mehr Lebensqualität« ein Memorandum (»Die Badenweiler Erklärung«) verabschiedet, das unter anderem folgendes Ziel enthält: Bis 2010 sollen 30% mehr Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung gesunde Mahlzeiten anbieten.

Ergebnisse

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war eine Nutzerbefragung in zwölf Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Mehr als 6 500 Nutzer wurden zu ihrer Zufriedenheit mit dem Angebot ihrer Kantine befragt. Von 2 158 auswertbaren Fragebögen sind 1 911 in die Gesamtauswertung eingeflossen. Die Fragebögen einer Einrichtung mussten aus der Auswertung ausgeschlossen werden, da es sich bei dieser Einrichtung nicht um eine Kantine im klassischen Sinn handelt. Alle Ergebnisse der Nutzerbefragung finden Sie in dieser PDF-Datei.

Weitere Informationen

In Nummer 5 des von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft herausgebenen DVD-Magazins »Fit für Job und Leben« geht es um das Thema Ernährung. In zehn Videobeiträgen wird das Thema sehr informativ mit Beispielen aus der Praxis abgehandelt. Im Folgenden finden Sie Links zu den Beiträgen mit einer kurzen Beschreibung:

  • Ein Interview mit Prof. Dr. med. Andreas Pfeiffer von der Berliner Charité. Er gibt Antworten auf die Fragen, warum der Mensch mehr isst als er braucht, was man gegen Übergewicht tun kann und wie man sich aus seiner Sicht gesund ernähren kann.
  • Holger Pfefferle informiert über das Projekt »Job&Fit«. Außerdem werden verschiedene Verpflegungssysteme kurz erklärt.
  • Praxisbeispiel Firma Rinn.
  • Praxisbeispiel Quarzwerke Frechen.
  • Praxisbeispiel DBE.
  • Dieser Videobeitrag geht der Frage nach, wie man ökologisch erzeugte Lebensmittel möglichst kosten- und aufwandsneutral in die Kantinenkost integrieren kann.
  • Im Auftrag von Nestlé hat das Institut für Demoskopie Allensbach eine Befragung unter 4 000 Menschen zu ihrem Essverhalten durchgeführt. Interessante Ergebnisse, wie Unterschiede zwischen Mann und Frau und sieben Ernährungstypen, werden in diesem Videobeitrag vorgestellt.
  • Wie man sich am Arbeitsplatz gut selbst versorgen kann, wenn es keine Kantine gibt oder einem das Angebot der Kantine nicht zusagt, zeigt dieser Videobeitrag.
  • Dieser Beitrag zeigt, welche finanziellen Förderungsmittel für die betriebliche Gesundheitsförderung zur Verfügung stehen.
  • Hier werden verschiedene Bücher zum Thema Ernährung vorgestellt – auch speziell für Männer.

In dem Internet-Portal diekantinen.de finden Kantinennutzer eine Liste zahlreicher frei zugänglicher Kantinen in Deutschland. Zu einigen Kantinen gibt es Erfahrungsberichte und Fotos. Angemeldete Nutzer können selbst Kantinen und Erfahrungsberichte hinzufügen.

 
Logo Vitamin D
Logo es bewegt sich was in Malstatt
Logo Praxisbüro Schule
Logo Santé - Gesundheit
Logo Freunde
Logo Gesanet